Eine Cousine habe ich, von der man schon ganz früh etwas wesentliches über die menschliche Seele lernen konnte: “Selberleine!” forderte sie, wenn andere etwas mit ihr oder für sie machten, von dem sie glaubte, es selbst zu können.
“Selberleine” war die kindliche Formel, auf die ihr noch nicht bis zur Reife entwickeltes Sprachvermöen den Anspruch verkürzte: “Ich möchte das selbst machen und ich möchte das alleine tun!”.
Dieses Problem, daß Menschen glauben, die Dinge selbst richtig wahrnehmen zu können, richtig zu beurteilen, sich richtig zu entscheiden und richtig zu verhalten – ist ein grundsätzliches Problem:
Die Menschheit ist eine Spezies, die nicht einsehen möchte, daß sie als Ganze gefallen ist – und zwar in die Niederungen und die Verblendung des Egos und der Selbstüberschätzung.
Menschen erhalten zur Zeit die Führung und die Anleitung zu sehen, was sie nicht sahen und zu lernen, was sie nicht wußten. Die Lehre kommt von Gott und seinen Engelskaskaden (im Christlichen kennt man das Führung durch den Parakleten).
Doch die meisten Menschen gehören zu einer der beiden Gruppen:
- Die, die nichts sehen oder hören -
- die, die lieber etwas Falsches sehen oder hören
anstelle der Wahrheit.
Die Menschen sind im doppelten “Selberleine” gefangen, im doppelten Ego: Das erste Ego übergeht die geistige Wirklichkeit und das zweite übergeht die geistige Wahrheit.
Damit ist die Mehrheit auf einem brandgefährlichen Kurs: Wenn es die göttliche Wahrheit gibt – und wenn die menschliche Wahlfreiheit, sich für die göttliche Wahrheit oder gegen sie zu entscheiden, eines Tages aufhört, dann wird es an diesem Tag an fürchterliches Erwachen geben.
Diese Dinge sind mir etwas seit dem Ende der neunziger Jahre klar und ich habe seither versucht, Menschen zu öffnen für diese Wirklichkeit und diese Wahrheit. Mit dem Ziel, so einen falschen Ausgang verhindern.
Ich selbst habe in dieser Zeit sehr viel gelernt. Es war nicht immer einfach, aber es war immer der richtige Weg (weil Ergänzen und Verbessern der einzige richtige Weg ist).
Auch schon zu Schulzeiten oder zu Zeiten meines Studium war ich sehr glücklich, wenn ich bei guten Lehreren lernen durfte. Der Dr. Sons (Biologie) war so einer. Oder der Herr Flaig (Physik). Oder der Dr. Neumann (Psychologie) und der Prof. Rosenstiel (Psychologie) – und einige andere auch.
Schon damals war es so, daß es viele gab, die versuchten, etwas auszusetzen an Lehre oder Lehrer – sie abzuwerten und wenige, die sagten: “Mach Dir doch mal klar, was die für uns tun: Die lehren uns. Und die lehren uns gut. Es gibt keinen Grund, rumzukriteln. Die brauchen uns nicht. Wir sollten dankbar sein, daß sie uns das Geschenk machen, uns an Wissen und Weisheit teilhaben zu lassen.”
Auch diese Erfahrung mache ich heute: Die Wahrheit und die Weisheit werden (aus den selben niedrigen Gründen wie oben) angefeindet und abgewertet – und gelernt wird das wesentliche nicht. Daher kommt es auch nicht zur freiwilligen Ergänzung und Korrektur.
Die Gesetze Gottes kennen die Mölichkeit gar nicht, diese Fehltritte und Verweigerungen zu übergehen: Das große feedback (im Christlichen heißt das “Gericht”) wird kommen. Wie starrköpfig und wie -herzig muß man denn sein, um das zu ignorieren oder verdrängen?
An mir lag es nicht: Ich habe viel Zeit und Arbeit (und nicht nur das) investiert, um den “falschen Ausgang” zu verhindern. Ich weiß heute: Wenn er sich nicht verhindern läßt, dann war es nicht der falsche Ausgang.