Ich, Johannes, Dein Bruder sowie Teilhaber an der Mühsal und Teilhaber am Königreich des Himmels, als ich den Kopf auf die Brust unseres Herren Jesus Christus legte und zu ihm sagte: Herr wer ist es, der Dich betrügt? antwortete er und sagte: Er, der wie ich seine Hand eintaucht in die Schüssel, in ihn ist Satan eingefahren und trachtet danach, mich zu verraten.
Und ich sagte: Herr, bevor Satan fiel, in welcher Herrlichkeit unseres Vater befand er sich? Er war dort, wo er die Mächte des Himmels regierte. Aber ich saß mit meinem Vater zusammen und er brachte alle Anhänger Gottes in eine Ordnung und ging von oben im Himmel nach unten und dann wieder hoch aus der Tiefe bis hin zum Thron des unsichtbaren Vaters. Und er sah seinen Glanz, der die Himmel bewegt, und dachte darüber nach, seinen Sitz über die Wolken des Himmels zu stellen und wollte so sein wie der allmächtige Gott.
Und als er in die Luft hinabgestiegen war, sagte er zum Engel der Lüfte: Öffne mir die Pforten des Lüfte. Und der Engel tat es. Und er wollte noch weiter in die Tiefe und gelangte zum Engel, der für die Wasser zuständig war. Er sagte ihm: Öffne für mich die Pforten des Wassers. Und er tat es für ihn. Er schritt hindurch und sah, daß die ganze Erde mit Wasser bedeckt war. Und er ging weiter bis unter die Erde und entdeckte zwei Fische, wie sie auf dem Wasser lagen und sie waren wie zwei Ochsen zum Pflügen gebunden, sie hielten die ganze Erde nach dem Willen des unsichtbaren Vaters, vom Westen bis zum Sonnenaufgang. Und als er nach unten ging, entdeckte er hängende Wolken, die die Wässer des Meeres hielten. Und er ging noch weiter und sah die Hölle, das ist das Tal des Feuers und von da aus konnte er nicht weiter gehen, wegen der Flammen des brennenden Feuers. Und Satan ging zurück auf den gleichen Pfaden und betrat das Reich des Engels der Lüfte, der über den Wassern ist und sagte zu ihm: Alle diese Dinge sind mein: Wenn Du mir gehorchen wirst, dann werde ich meinen Thron in die Wolken stellen und sein wie der allmächtige Gott und ich werde die Wässer aus dem oberen Firmament nehmen und die die Meere zusammenfassen, so daß kein Wasser mehr auf dem Angesicht der Erde sein soll – und ich werde die Erde regieren bis in alle Ewigkeit.
Und nachdem er das den Engeln gesagt hatte, ging er hoch zu den anderen Engeln, sogar bis in den fünften Himmel, und er sagte: Wie viel schuldest Du dem Herrn? Und der sagte hundert Maß Weizen. Und er sagte dann: Nimm einen Federhalter und Tinte und schreibe: sechzig. Und zum nächsten sagte er: Und wieviel schuldest Du dem Herrn? Und der antwortete: Hundert Krüge mit Öl. Und er sagte: Setz Dich hin und schreibe: fünfzig. Und als er durch die ganzen Himmel ging, sprach er so, bis hin zum fünften Himmel und er verführte die Engel des unsichtbaren Gottes.Und vom Thron des Vaters hob eine Stimme an und sagte: Was tust Du, Leugner des Vaters, Du verführst die Engel. Du Frevler, das ist was Du beschlossen hast zu tun.
Dann gab der Vater seinen Engeln den Befehl: Nimm ihnen ihre Gewänder weg. Und die Engel nahmen allen die Gewänder weg, ihre Throne und ihre Kronen, die ihm gehorchten.
Und ich fragte den Herrn: Als Satan fiel, an welchem Ort lebte er da? Mein Vater veränderte sein Aussehen wegen seines Hochmuts und das Licht wurde ihm genommen und sein Gesicht sah aus wie glühendes Eisen und wie das eines Menschen. Und er fegte mit seinem Schwanz den dritten Teil der Engel Gottes mit sich und wurde hinausgestoßen aus dem Reich Gottes und er verlor seine Position als Verwalter der Himmel.Und Satan kam herunter in dieses Firmament, und er fand keine Ruhestätte weder für sich noch für die anderen, die mit ihm waren. Und er sagte zum Herrn: Habe Geduld mit mir – und ich werde Dir alles zurückzahlen. Und der Vater hatte Erbarmen mit ihm und gab ihm Ruhe und auch denen, die mit ihm waren, so viel sie wollten bis zu sieben Tagen.
Und so saß er im Himmelszelt und befahl dem Engel, der für die Luft zuständig war und dem, der für das Wasser verantwortlich war und sie zogen die Erde in die Höhe und sie trocknete. Und er nahm die Krone des Engels, der den Wassern vorstand und aus der einen Hälfte machte er das Mondlicht und aus der anderen das Licht der Sterne und aus den Edelsteinen machte er die Halterungen der Sterne.
Und dann machte er die Engel zu seinen Verwaltern gemäß der Ordnung des Allerhöchsten, und nach den Vorschriften des unsichtbaren Vaters machte er Donner, Regen, Hagel und Schnee.
Und er sandte Engel, die über sie wachten. Und er befahl der Erde Tiere als Nahrungsmittel hervorzubringen und vielerlei, das kreucht und fleucht, und Bäume und Kräuter – und dem Meer befahl er Fische hervorzubringen, und Vöel den Himmeln.
Und er dachte sich noch mehr aus – und er schuf auch den Menschen (Mann) nach seinem Ebenbild und er befahl einem Engel des dritten Himmels in den Körper aus Lehm einzufahren. Und er nahm davon und machte einen weiteren Körper – in Form einer Frau und befahl einem Engel aus dem zweiten Himmel in diesen weiblichen Körper einzufahren. Die Engel aber beklagten sich, als sie ihre sterbliche körperliche Form sahen und erkannten, daß sie verschiedener Gestalt waren. Und er befahl ihnen mit ihren Körper aus Lehm ein Leben im Fleisch zu führen – sie aber wußten nicht, daß sie sündigten.
Der Urheber des Bösen plante, das Paradies zu erschaffen und die Menschen, Mann und Frau, dort hineinzuführen. Und er befahl, daß ein (Schilf)rohr gebracht wird, und der Teufel pflanzte es in die Mitte des Paradieses. Und so versteckte der böse Teufel seine bösen Absichten und sie erkannten seinen Betrug nicht. Und er kam herein und sprach zu ihnen: Alle Früchte im Paradies könnt ihr essen, aber nicht von der Frucht der Erkenntnis von Gut und Böse. Nichts desto weniger fuhr der Teufel in die böse Schlange ein, und verführte den Engel, der eine weibliche Gestalt hatte und er übertrug Eva seine Lüsternheit und Sündhaftigkeit im Lied der Schlange. Und deshalb nennt man sie Söhne des Teufel und Söhne der Schlange, die das sündhafte Leben ihres Vaters des Teufels führen – bis hin zum Ende der Welt. Und noch einmal goß der Teufel seine Sündhaftigkeit über den Engel, der in Adam war, und vergiftete ihn und die Nachkommen der Schlange und die Nachkommen des Teufels wurden gezeugt bis ans Ende der Welt.
Und nach diesen Ausführungen fragte, ich Johannes den Herrn: Wie kommt es, daß die Menschen sagen, daß Adam und Eva von Gott geschaffen wurden und im Paradies lebten, um dort als Sterbliche den Willen des Vaters zu tun? Und der Herr sagte zu mir: Horch, Johannes, Du vom Vater geliebter, das sagen törichte Menschen, in ihrer Falschheit, daß der Vater Menschen aus Lehm gemacht habe: Durch den heiligen Geist machte er alle Mächte des Himmels und das Heilige hat nur deshalb einen Körper aus Lehm, wegen der begangenen Sünden und deshalb wurden die Menschen sterblich.
Und wieder fragte ich, Johannes, den Herrn: Wie kam es dazu, daß der Mensch seinen Geist in einem Körper aus Fleisch brachte? Und der Herr sagte zu mir: Manche der gefallenen Engel gehen in einen weiblichen Körper, und gebären Fleisch aus der fleischlichen Lust – und so wie der Geist aus dem Geist geboren wird, wird auch das Fleisch aus dem Fleisch geboren und so wird auch das Königreich Satans errichtet in der Welt und in allen Nationen.
Und er sagte zu mir: Mein Vater hat ihn dazu verurteilt, sieben Tage zu regieren, die sieben Zeitalter sind.
Und ich fragte den Herrn: Was wird sein in dieser Zeit? Und er antwortete: Der Tag, als der Teufel von dem Glanz Gottes abfiel und seinen eigenen Glanz verlor, saß er über den Wolken und sandte seine Vertreter, darunter auch Engel mit flammendem Feuer unter die Menschen von Adam bis hin zu Enoch, seinem Diener. Und er erhob Enoch bis zum Firmament und zeigte ihm seine Göttlichkeit und ließ ihm Feder und Tinte reichen und er setzte sich und schrieb siebenundsechzig Bücher. Und er befahl ihm sie zur Erde zu nehmen und verteilte sie unter seinen Söhnen und begann sie zu lehren, wie man opfert und lehrte sie auch die unredlichen Mysterien und so verbarg er das wahre Königreich der Himmel vor den Menschen.
Und er sagte: Sehet, ich bin euer Gott und neben mir gibt es keine anderen Götter. Und deshalb hat mich mein Vater in die Welt gesandt, damit ich dies unter den Menschen verbreite, und damit ihr den bösen Plan des Teufels erkennt.
Und als er bemerkte, daß ich von den Himmeln hinabgestiegen war in die Welt, schickte er einen Engel und nahm drei Sorten Holz auf und gab sie Moses, damit ich gekreuzigt würde und sie sind für mich reserviert. Und dann verkündete der Teufel Moses und seinem ganzen Volk seine Göttlichkeit und befahl den Kindern Israels, daß sie unter seinem Gesetz leben müssen – und führte sie hinaus durch den See, den er ausgetrocknet hatte.
Als mein Vater beschloss, mich in die Welt zu entsenden, schickte er vor mir einen Engel, mit Namen Maria, der mich empfangen sollte. Und als ich hinabstieg ging ich durch das Ohr hinein und durch das Ohr auch wieder hinaus.
Und Satan, der Herrscher dieser Welt, bemerkte, daß ich hier war und diejenigen, die verloren waren, suchen und retten wollte, und schickte seinen Engel, nämlich Elia, den Propheten, der mit Wasser taufte, und Johannes der Täufer genannt wurde. Und Elia fragte den Herrscher der Erde: Wie kann ich ihn erkennen? Und der Herr sagte: Bei demjenigen, bei dem Du den Heiligen Geist herabsteigen siehst wie eine Taube und dort verharren, der ist es der tauft mit der Vergebung der Sünden: Du kannst ihn zerstören oder retten. Und erneut fragte ich, Johannes, den Herrn, Kann ein Mensch gerettet werden durch die Taufe des Johannes ohne deine Taufe – und der Herr antwortete: Solange ich den Menschen nicht mit der Vergebung der Sünden getauft habe, nicht. Kein Mensch kann das Königreich der Himmel sehen, wenn er nur die Wassertaufe erfahren hat. Denn ich bin das Brot des Lebens, das herabkam vom siebenten Himmel und die die mein Fleisch essen und mein Blut trinken, sie werden Kinder Gottes sein.
Und ich fragte den Herrn: Was bedeutet das, mein Fleisch essen und mein Blut trinken? Und der Herr sagte zu mir: Bevor der Teufel und all sein Gefolge vom Glanze Gottes abgefallen sind, verherrlichten sie den Vater in ihren Gebeten und sagten: Unser Vater, der Du bist im Himmel und so gelangten alle Ihre Gesänge vor den Thron des Herrn. Aber seit sei gefallen sind, sind sie nicht mehr in der Lage Gott zu verherrlichen mit diesem Gebet.
Und ich fragte den Herrn: Wie kommt es, daß alle Menschen den Segen des Johannes empfangen, aber deinen gar nicht? Weil ihr Tun böse ist und weil sie nicht bis zum Licht heranreichen.
Die Jünger des Johannes heiraten, aber meine Jünger heiraten nicht – sie leben wie die Engel im Himmel. Aber ich sagte: Wenn es eine Sünde ist mit einer Frau zu verkehren, dann ist es nicht gut zu heiraten. Und der Herr sagte zu mir: Nicht jedem ist es gegeben, diese Botschaft zu verstehen.
Ich fragte den Herrn wegen des Tages des Jüngsten Gerichts: An welchen Zeichen kann man erkennen, daß er kommen wird? Und er antwortete mir: Wenn die Zahl der Gerechten voll ist, die Zahl der Gerechten, die gekrönt werden, die gefallen waren, dann wird Satan aus seinem Gefängnis befreit werden – und er wird großen Zorn haben und er wird gegen die Gerechten ziehen und sie werden nach dem Herrn rufen mit lauter Stimme. Und der Herr wird gleich einen Engel befehligen, seine Posaune zu blasen und die Stimme des Erzengels wird in dieser Posaune erschallen vom Himmel bis hinab in die Hölle.
Und dann wird die Sonne verdunkelt werden und der Mond wird sein Licht nicht mehr zeigen und die Sterne werden vom Himmel fallen und die vier Winde werden ihre Ordnung verlieren und die Erde, das Meer und die Berge werden erschüttert werden. Und die Himmel werden erzittern – und die Sonne wird verdunkelt sein und es wird bis zur vierten Stunde dauern.Und dann wird das Zeichen des Menschensohns erscheinen und alle heiligen Engel mit ihm und er wird seinen Thron über die Wolken setzen und zusammen mit den zwölf Aposteln auf Thronen himmlischer Herrlichkeit sitzen. Und die Bücher werden geöffnet und er wird die ganze Welt richten nach dem Gesetz, das er ausgerufen hat. Und dann wird der Menschensohn seine Engel schicken und zusammen werden sie die Winde einsammeln aus den Höhen der Himmel bis zu den Grenzen und werden sie wieder in Ordnung bringen.
Dann wird der Sohn Gottes die bösen Geiste senden, um alle Nationen vor ihm zu versammeln und zu ihnen sagen: Kommt her, die ihr gesagt habt: Wir haben gegessen und getrunken und die Vorteile der Welt genossen. Und dann sollen sie erneut vor den Richterstuhl geführt werden, auch alle Nationen voller Angt. Und das Buch des Lebens soll geöffnet werden und allen Völkern ihre Gottlosigkeit gezeigt werden.Und er wird die Gerechten ehren für ihre Geduld und Ruhm und Ehre und Unversehrtheit soll der Lohn für ihre guten Werke sein. Aber auf die, die den Befehlen der falschen Engel folgten und dem Unrecht gehorchten, werden Ärger und Schwierigkeiten und Schmerzen zukommen.
Und der Sohn Gottes … [Übersetzung an dieser Stelle abgebrochen. Es fehlen 30 Zeilen, die ich nicht mehr übersetzt habe, um Ihre und meine Zeit zu schonen. Begründung siehe gleich.]
Wer den Text aufmerksam liest, wird erkennen, daß zwischen dem normal und dem kursiv gesetzten Teil ein Bruch ist, der sogar absolute Inkonsistenzen für den ganzen Text bewirkt. Wir sollten uns daher klar machen, von wann der Text stammt – und zu welchem Zweck er verwendet wurde.
Wir dürfen bis auf weiteres davon ausgehen, daß der normal gesetzte Text tatsächlich das Wissen der Katharer bzw. der Bogumilen weitergibt, daß aber der kursive Text einen anderen Ursprung hat. Für diejenigen, die es genauer wissen sollen, kann ich auch deutlicher werden – Sie können ja mal nachfragen.
Ich möchte diesen Text jetzt nicht kommentieren, aber deutlich darauf hinweisen, daß der erste Teil Kenntnisse über den multidimensionalen Aufbau des Universums vermittelt, daß dort auch darauf hingewiesen wird, daß es beim Schöfpungsprozess um Elemente (Wasser, Feuer, Luft, Erde) geht, die intelligent gesteuert werden. Er spricht auch davon, daß Wesen in Menschen eindringen können.
Das alles sind Hinweise auf eine sehr hohe Stufe der Einweihung, wie man sie bei den Katharern bzw. Bogumilen findet. Es nimmt nicht Wunder, daß sie für diese Kenntnisse zu hunderten verbrannt und gemordet wurden.