Ich saß vor kurzem an einer Keltenschanze. Mit Paul – einem wundervollen Hund. Am Wall war eine Pfütze: zwanzig Meter lang, drei Meter breit und einen halben Meter tief. Das Wasser war klar. Für einen Golden Retriever also fast ein Paradies: Er ist draußen, kann waten, Äste herausziehen und bekauen.
Längere Zeit habe ich ihm zugesehen. Es war noch vor der Abenddämmerung. Im rechten Gesichtsfeld sah ich plötzlich zwei Lichtpunkte kurz aufblitzen – etwa ein, zwei Meter vor mir und nicht größer als Glühwürmchen, aber heller, eher ins Gelbe gehend und sich schnell nach rechts bewegend. Ich mußte schmunzeln und dachte: Das wird wohl etwas mit der Keltenschanze zu tun haben.
Noch vor dem Ende meines Gedankens sprang Paul auf. Vorher war er nur im Wasser oder am Rand und nagte in der Haltung eines Löwen an abgebrochenen Ästen. Und dann jagte er genau in Bewegungsrichtung der Punkte durch den Wald. Ich selbst sah das Licht nicht mehr, doch Paul schien ihm zu folgen.
Als er im dichteren Wald hinter einer Gruppe von Fichten verschwunden war – rief ich ihn zurück. Er kam gleich, freute sich und drückte mir seinen nassen Kopf auf die Knie. Das und noch ganz anderes kann man an Keltenschanzen erleben.
