Archiv für den Tag: 4.4.2009

Wollen wirklich alle ins Licht?

Immer wieder begegnen mir Menschen, die mir erklären:
Alle Wesen wollen eigentlich ins Licht und man müsse deshalb etwas für alle tun.

Das ist grober Unfug: Es ist nicht so. Richtig ist:
Es gibt einige Wesen, die wollen, daß die Guten ihr Licht opfern für die Schlechten*.

Wer Augen hat zu sehen, wird auch erkennen, welche Menschen das sind, die immer wieder verkünden, daß für alle etwas getan werden müsse: Es sind diejenigen, in deren Haus ein finsterer Herrscher waltet. Diese Menschen richten durch ihr Tun großen Schaden am göttlichen Prinzip an.

*Das ist keine grobe Schwarz-Weiß-Malerei. So wie es auch kein Scharz-Weiß-Malerei ist, bei der Beschreibung eines Schachspiels von scharzen und weißen Feldern sowie schwarzen und weißen Figuren zu sprechen: Es ist einfach so.

Zwei Punkte und ein Golden Retriever

Paul watet an der Schanze auf der HerreninselIch saß vor kurzem an einer Keltenschanze. Mit Paul – einem wundervollen Hund. Am Wall war eine Pfütze: zwanzig Meter lang, drei Meter breit und einen halben Meter tief. Das Wasser war klar. Für einen Golden Retriever also fast ein Paradies: Er ist draußen, kann waten, Äste herausziehen und bekauen.

Längere Zeit habe ich ihm zugesehen. Es war noch vor der Abenddämmerung. Im rechten Gesichtsfeld sah ich plötzlich zwei Lichtpunkte kurz aufblitzen – etwa ein, zwei Meter vor mir und nicht größer als Glühwürmchen, aber heller, eher ins Gelbe gehend und sich schnell nach rechts bewegend. Ich mußte schmunzeln und dachte: Das wird wohl etwas mit der Keltenschanze zu tun haben.

Noch vor dem Ende meines Gedankens sprang Paul auf. Vorher war er nur im Wasser oder am Rand und nagte in der Haltung eines Löwen an abgebrochenen Ästen. Und dann jagte er genau in Bewegungsrichtung der Punkte durch den Wald. Ich selbst sah das Licht nicht mehr, doch Paul schien ihm zu folgen.

Als er im dichteren Wald hinter einer Gruppe von Fichten verschwunden war – rief ich ihn zurück. Er kam gleich, freute sich und drückte mir seinen nassen Kopf auf die Knie. Das und noch ganz anderes kann man an Keltenschanzen erleben.